botanica

Reflections about images of humanly constructed nature & the relationship between people and their domestic plants.

 

4x5" large format analogue B&W photography, 2012 - 2015

planned: silver -gelantine prints in different sizes, edition: 3

 

 

Wir umgeben unseren Lebensraum mit allerlei Objekten, vor allem Pflanzen. Natur und Landschaft werden inszeniert, ausgestaltet und zu Projektionsflächen einzelner und kollektiver Identitäten. In botanica werden Hauspflanzen inszeniert und mit einer Großformatkamera fotografiert. Als Hintergrund dient ein Leintuch ähnlich früher Anwendung der Fotografie in den 1920er Jahren im Fachgebiet der Pflanzenzüchterei, in der behelfsmäßig weiße Tücher verwendet wurden (Vgl. George Arends). In diesem Fall wird dieses von den AssistentInnen hinter Sträucher, Bäume, Topfpflanzen und andere kultivierte Natur gehalten. Die Pflanze wird auf diese Weise von ihrem Kontext isoliert und vor dem uniformen Hintergrund inszeniert. Dabei ist die das Tuch haltende Person zwar unkenntlich, aber bemerkbarer Bestandteil des Bildes. Damit soll die Rolle des Menschen als aktiver Gestalter der Natur als Lebens- und Projektionsraum und als sozialer Bildkonstrukteur, hervorgehoben werden.

Ausgehend von der Ansicht, dass das Sehen und damit zusammenhängend der Prozess des Fotografierens eine verkörperlichte Sinneserfahrung ist (vgl. Elizabeth Edwards) ist die verwendete Kamera und deren Einflussnahme auf die Ästhetik als Teil der Produktionsbedingungen wesentlich: Eine schwere und sperrige Großformatkamera nimmt dem Projekt Spontaneität und Leichtigkeit. Die Fachkamera selbst wurde für mich aufgrund ihres Gewichts, umständlicher Handhabung und dadurch erzwungenen Immobilität zu einem Hausgerät – die Konsequenz ist ihre Anwendung an einem „häuslichen“ Thema.


Mit der Unterstützung von Otto Mauer Fonds, Bundeskanzleramt/Sektion Kunst,  Land Oberösterreich, Linz Kultur

 

 

Examples:

 

Stills: