Kalevala

Kalevala: A project about the importance of literature for the construction of a national identity and the impossibility of mastering a foreign language in order to integrate –at the example of Finland.

 

Videoperformance, Lifeperformance, ca. 14 h, 2009-10

 

 In „Kalevala“ möchte ich die Bedeutung der (fremden) Sprache und Literatur für die Konstruktion von Identität bzw. Fremdsein am Beispiel Finnland thematisieren:

 

Finnisch wurde erst im 19. Jahrhundert systematisch verschriftlicht und grammatikalisch erfasst. Zur selben Zeit sammelte der Arzt, Schriftsteller und Philologe Elias Lönnrot (1802 – 1884) Heldensagen und Mythen  in Ostfinnland und fasste sie zur „Kalevala“ zusammen, das seither als finnisches Nationalmythos gilt. Zur Zeit der Entstehung der Idee des Nationalstaats verhalf dieses aus verschiedenen Texten zusammen gestellte Werk den Finnen zur Konstruktion einer eigenen Identität, in Folge einer eigenen Literatur, zur Durchsetzung des Finnischen als Amtssprache (1902) und trug letztendlich damit zur staatlichen Unabhängigkeit 1917 bei.

 

"Kalevala“ wurde aus verschiedenen Liederversionen konstruiert:  Lönnrot wählte jene, die ihm passend erschienen; wenn er es für nötig hielt, dichtete er selber so einiges dazu. Dies erscheint analog zum sozial konstruierten Wesen von nationaler oder auch kultureller Identität.  

Das Epos besteht aus 50 Gesängen bzw. 22 795 Versen, die ich in Form von Life- und Videoperformances auf Finnisch vorlese. Interessant ist vor allem der Prozess, etwa, ob sich meine Sprachbeherrschung verändert oder verbessert, wie das Publikum reagiert, ob ein Dialog zwischen der Fremden und den Einheimischen entsteht.
Die Lesungen wird an verschiedenen Orten inszeniert. Aus dem Material wird eine Foto/Video/Installation aus 50 Kapitel erarbeitet.

 

unterstützt durch: bmu:kk, Stadt Linz, Land OÖ

 

Beispiele: